Korrekturen

10 Tipps zum Korrekturlesen – für fehlerfreie Texte und deinen Ruf als Profi

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Stopp!

Nicht ganz so schnell! Ein wichtiger Schritt fehlt nämlich noch: das Korrekturlesen deines Textes! Auch wenn du mit Rechtschreibung und Zeichensetzung eigentlich nicht auf Kriegsfuß stehst, schleichen sich schnell Fehler ein, wenn man mit den Gedanken völlig auf den Inhalt fokussiert ist. Auch beim Umschreiben oder Umstellen von Sätzen, Satzteilen, Ausdrücken bleibt schnell mal eine falsche Endung stehen. Das ist gar nicht schlimm, denn in dieser Phase steht erst einmal die Idee und die Kreativität im Mittelpunkt. Auch bei echten Textprofis ist das nicht anders!

Der letzte wichtige Durchgang: die Korrekturen

Wenn dein Text dann allerdings steht, wenn alles an seinem Platz ist, solltest du dir unbedingt die Zeit für einen Korrekturdurchgang nehmen! Schließlich willst du mit deinem inhaltlich guten Text auch einen sehr guten Eindruck machen.

Aus meiner Erfahrung als Korrektorin habe ich dir dazu hier 10 Tipps zum Korrekturlesen zusammengestellt, die dir die vielleicht ungewohnte Aufgabe auf jeden Fall erleichtern werden.

10 Tipps zum Korrekturlesen

  1. Dein Text sollte wirklich fertig sein! Es ist relativ sinnlos, zwischendurch aufwendige Korrekturen anzubringen, wenn der Satz dann vielleicht doch noch mal umgestellt wird oder sogar ganz gestrichen. Danach müsstest du dann noch einmal Korrektur lesen und hättest mehr Arbeit als unbedingt nötig.
  2. Nimm auch den Korrekturdurchgang ernst! Schließlich soll dein Text dich als einen kompetenten Profi darstellen, das funktioniert auf jeden Fall viel besser, wenn dir bei Rechtschreibung und Grammatik keine groben Schnitzer passieren! Mag sein, dass manche Zielgruppe das toleranter sieht als eine andere, aber wenn Fehler auffallen, ist das nie gut.
  3. Was wichtig ist, braucht auch Zeit! Plane deshalb die Zeit für ein gründliches Korrekturlesen deines Textes unbedingt mit ein. Das mag bei einem kurzen Artikel nicht allzu lange dauern, bei einem größeren Text braucht man dazu aber durchaus mal ein paar Tage. Denn nicht einmal ein Profi kann stundenlang am Stück Korrektur lesen und dann noch alle Fehler finden. Regelmäßige Pausen müssen sein.
  4. Nimm erst einmal Abstand von deinem Text! Wenn du gerade noch am Inhalt oder an bestimmten Formulierungen gefeilt hast, bist du mit den Gedanken noch so bei diesen Aufgaben, dass dir eher noch ein anderer Ausdruck für das Problem einfällt, als dass dir Tippfehler auffallen. Also am besten den Text erst einmal beiseitelegen. Etwas ganz anderes machen, am besten sogar etwas, was gar nicht mit Worten oder Gedrucktem zu tun hat. Eine Nacht drüber schlafen oder auch mehr, je nach dem.
  5. Verändere die Form deines Textes! Gerade wenn du lange an einem Text gebastelt hast, hast du das Bild deines Textes ziemlich im Kopf. Wenn du dich also auf etwas anderes als vorher konzentrieren musst, hilft es sehr, wenn der Text jetzt auch eine andere Form bekommt. Am besten ist es, das Manuskript einmal auszudrucken. Auf Papier sieht man tatsächlich noch einmal mehr/andere Fehler als am Computer. Es kann aber auch schon helfen, eine ganz andere Schriftart zu verwenden, die Seitenränder schmaler zu stellen oder ein anderes Gerät – also z.B. Tablet statt PC – zu verwenden. Besonders Grammatikfehler fallen auf, wenn man den Text laut liest. Bei zweifelhaften Sätzen oder Formulierungen solltest du das auf jeden Fall ausprobieren!
  6. Wechsele den Arbeitsplatz! Auch das kann helfen: Hast du die Grübel- und Schreibarbeit brav in deinem Büro geleistet, verlege das Korrekturlesen auf dein Sofa oder den Balkon – wenn du dich da auch gut konzentrieren kannst.
  7. Konzentriere dich nur auf die Korrekturen! Jetzt wird nicht mehr am Inhalt gefeilt. In diesem letzten wichtigen Durchgang sollte es tatsächlich nur um Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik gehen. Wenn es gar nicht anders geht, mach dir irgendwo eine Notiz, wo du dir den Inhalt später noch einmal ansehen willst. Aber nicht vergessen: Danach solltest du noch einmal Korrektur lesen, wenigstens den geänderten Abschnitt. Wenn es dir schwerfällt, den Inhalt auszublenden, kann es helfen, Teile des Textes abzudecken und nur eine Zeile oder einen Satz im Blick zu haben.
  8. Nutze die Rechtschreibprüfung! Ich hoffe, die Rechtschreibprüfung deines Textverarbeitungsprogrammes hattest du sowieso schon mal über deinen Text laufen lassen, oder? Wenn nicht, dann solltest du diese Hilfe beim Korrekturlesen unbedingt annehmen. Das heißt nicht, dass du jede Verbesserung, die Word dir vorschlägt, akzeptieren solltest! (Grammatikkonstruktionen zum Beispiel versteht Word in den seltensten Fällen.) Und es heißt auch nicht, dass du deshalb nicht mehr selber nach Fehlern Ausschau halten musst. Aber gemeinsam könnt ihr sicher eine Menge Fehler aufspüren und korrigieren.
  9. Mehrere Korrekturdurchgänge? Gerade bei einem Text mit vielen Fehlern, einem besonders langen oder besonders wichtigen Text kann es hilfreich sein, sich bei einem Durchgang ganz auf ein Problem zu konzentrieren: Also zum Beispiel bei einem Durchgang ausschließlich auf die Zeichensetzung zu achten. Das ist besonders nützlich, wenn du bei Rechtschreibung, Zeichensetzung und dergleichen nicht so richtig sattelfest bist. Dann könntest du bei einem Korrekturdurchgang deinen Text zum Beispiel Wort für Wort von hinten lesen und dich ganz auf die korrekte Schreibung dieses Wortes konzentrieren.
  10. Gar nicht sattelfest in Rechtschreibung und Grammatik, aber der Text ist unglaublich wichtig für dich? Dann hast du mehrere Möglichkeiten: Zum einen könntest du dich reinknien und das entsprechende Wissen pauken. Das ist sowieso sehr nützlich – aber vielleicht noch nicht für den aktuellen Text anwendbar. Die schnellere Möglichkeit ist natürlich, jemanden zu fragen, der sich damit auskennt. Vielleicht kennst du jemanden und der oder die tut dir gerne den Gefallen? Oder du wendest dich an einen Korrektur-Profi, was dann natürlich etwas kosten würde. Aber vielleicht ist es der Text oder dein Ruf als kompetenter Profi auf deinem Fachgebiet ja wert, ein bisschen zu investieren?

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